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Obdachlosigkeit an der Wurzel bekämpfen

Geschrieben von Super User. Veröffentlicht in Homeless

Ein integrierter und präventiver Ansatz zur Bekämpfung eines zunehmenden Phänomens

Obdachlosigkeit ist wahrscheinlich die extremste Form von Armut und Entbehrung. Ein Zuhause zu haben, ist Grundvoraussetzung für ein würdevolles, gesundes und produktives Leben. Doch die gemeinsamen Politikmaßnahmen, darunter die Bereitstellung von Unterkünften oder die Kriminalisierung, neigen dazu, Obdachlosigkeit zu erhalten – statt sie zu beseitigen.

Verschiedene Teile des Sozialinvestitionspakets zeigen die Notwendigkeit auf, den Zugang zu Wohnraum im Rahmen der Politiken für aktive Eingliederung zu verbessern. Zudem fordern sie, der Obdachlosigkeit von Kindern vorzubeugen. Das Paket umfasst ebenfalls ein Dokument, das sich eigens mit diesem besonders schwerwiegenden Problem befasst.

Obdachlosigkeit ist häufig auf eine Kombination von Risikofaktoren zurückzuführen, darunter Arbeitslosigkeit, intensive Zuwanderung oder Turbulenzen auf den Immobilien-- und Hypothekenmärkten, die Zwangsräumungen nach sich ziehen usw.

Seit Ausbruch der Krise scheint Obdachlosigkeit in ganz Europa auf dem Vormarsch zu sein. Bereits 2009 hatten ca. 410 000 Menschen in der Europäischen Union jede Nacht entweder unter schwierigen Bedingungen oder in einer Notunterkunft zu verbringen. Von Obdachlosigkeit sind inzwischen selbst jüngere Menschen, ja sogar ganze Familien, sowie Roma und Migranten betroffen.

Vorbeugung ist das beste Gegenmittel

Vorbeugung hat sich als das preisgünstigste und effizienteste Verfahren bei der Bekämpfung von Obdachlosigkeit erwiesen. Allgemeine Präventionsprogramme sollten auf die Grundursachen von Obdachlosigkeit abzielen.

Beispielsweise kann Menschen, die öffentliche Einrichtungen wie Waisenhäuser, Krankenhäuser oder Vollzugsanstalten verlassen, mit Beratung und Unterstützung geholfen werden, nicht in die Obdachlosigkeit zu geraten.

Zwangsräumungen lassen sich am besten durch frühzeitiges Handeln, Unterstützungsdienste und finanzielle Schutzmaßnahmen vermeiden. Tatsächlich hat die Europäische Kommission einen Legislativentwurf für Wohnkredite vorgelegt und die Mitgliedstaaten aufgefordert, ihre Mechanismen für den Schutz vor Zwangsräumung zu überarbeiten.

Sozial- und sonstige Unterstützungspolitiken sowie öffentliche, private und gemeinwirtschaftliche Akteure sind in koordinierter Weise zu mobilisieren, um gegen die komplexen Ursachen von Obdachlosigkeit anzugehen. Aufgrund dessen sind die Mitgliedstaaten, die in erster Linie für die Bekämpfung von Obdachlosigkeit zuständig sind, aufgerufen, integrierte Strategien umzusetzen, die obdachlosen Menschen wieder ein ständiges Zuhause verschaffen und ihre volle Wiedereingliederung in die Gesellschaft gewährleisten.

Der erste Schritt zur Umsetzung einer integrierten, evidenzbasierten Strategie gegen Obdachlosigkeit besteht darin, die Qualität der Daten zu verbessern. In dieser Hinsicht rät die Kommission, auf den gemeinsamen EU-Referenzrahmen ETHOS (European Typology of Homelessness and Housing Exclusion) zurückzugreifen.

Die Kommission unterstützt die Mitgliedstaaten weiterhin auf vielerlei Weise in ihren Bemühungen, Obdachlosigkeit zu bekämpfen und zu überwachen. Verschiedene EU-Fonds wie der Europäische Sozialfonds, der Europäische Fonds für regionale Entwicklung oder das PROGRESS-Programm der Kommission können gezielte Maßnahmen (ko-)finanzieren, die beispielsweise auf einen besseren Zugang zu erschwinglichem Wohnraum, hochwertige Dienstleistungen für Obdachlose oder die Bezuschussung der EU-Obdachlosennetzwerke abzielen.

Quelle: Sozial Agenda der EU Mai 2013